Die Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sah keinen Grund für Ermittlungen. Der Klagenfurter Prüfer zeigt sich erleichtert.
Ulrich Kraßnig kann aufatmen. Die Anzeige der Stadtwerke Klagenfurt gegen ihren früheren Wirtschaftsprüfer verlief im Sand. Kammeranwalt Robert Streller beendete das Verfahren, noch bevor eine disziplinarrechtliche Untersuchung anlief. Auch die Abschlussprüferaufsichtsbehörde blieb untätig.
Der Konflikt schwelt seit Längerem. Die Stadtwerke warfen Kraßnig vor, vertrauliche Informationen weitergegeben zu haben. Außerdem missfiel ihnen ein Bericht an Bürgermeister Christian Scheider. Darin hatte der Prüfer ein defektes Ventil als Auslöser einer Trinkwasserverunreinigung im Jahr 2024 benannt. Die Stadtwerke widersprachen dieser Darstellung öffentlich und schalteten sowohl die Kammer als auch die Aufsichtsbehörde ein.
Kraßnig wehrte sich gegen die Vorwürfe und konnte sie offenbar entkräften. Sein Kommentar fällt schmallippig aus: Der Ausgang spreche für sich, das Kapitel sei abgeschlossen. Der Wirtschaftsprüfer liegt mit den Stadtwerken auch wegen unbezahlter Rechnungen über Kreuz und hat die Stadt bereits auf ausstehendes Honorar verklagt.
Die Gegenseite erfuhr vom Ausgang offenbar aus der Presse. Man habe keine offizielle Mitteilung erhalten, heißt es aus dem Unternehmen. Eine Reaktion blieb daher aus. Für Kraßnig dürfte die Einstellung der Anzeige Rückenwind im laufenden Honorarstreit bedeuten.




