Pentagon wechselt zu OpenAI

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March 2, 2026
02.03.2026
3 Minuten Lesezeit

Nach dem Zerwürfnis mit Anthropic findet das US-Verteidigungsministerium rasch Ersatz. Sam Altman verkündet eine Einigung, während sein Konkurrent als Sicherheitsrisiko eingestuft wird.

Türen schließen, andere öffnen sich

Das Kräftemessen zwischen Washington und der KI-Branche hat einen vorläufigen Sieger. Nur Stunden nachdem das Pentagon die Zusammenarbeit mit Anthropic faktisch beendete, präsentierte OpenAI-Chef Sam Altman auf der Plattform X eine Vereinbarung mit dem Verteidigungsministerium. Seine Technologie soll künftig in den geschützten Netzwerken des Militärs laufen. Verteidigungsminister Pete Hegseth verbreitete die Nachricht umgehend. Der ChatGPT-Betreiber betont zwei Leitplanken für die Zusammenarbeit. Überwachung amerikanischer Bürger im großen Stil sei ausgeschlossen. Ebenso müsse bei Waffensystemen stets ein Mensch die letzte Entscheidung über den Einsatz von Gewalt treffen. Laut Altman hat das Ministerium diese Grundsätze akzeptiert und vertraglich festgeschrieben. Technische Vorkehrungen sollen zusätzlich garantieren, dass sich die Modelle an die vereinbarten Regeln halten.

Anthropic zum Risiko erklärt

Für den Konkurrenten sieht die Lage düster aus. Hegseth stufte Anthropic als Gefahr für die nationale Lieferkettensicherheit ein. Auftragnehmer und Partner des Militärs dürfen ab sofort keine Geschäfte mehr mit dem Unternehmen machen. Eine Übergangsfrist von sechs Monaten soll den Wechsel zu einem anderen Anbieter ermöglichen. Präsident Donald Trump ordnete zudem an, dass sämtliche Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Technologie einstellen. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte öffentlich erklärt, warum sein Unternehmen nicht nachgeben wollte. Künstliche Intelligenz ermögliche es, verstreute Informationen über Einzelpersonen automatisiert zu umfassenden Profilen zusammenzuführen. Das berge erhebliche Gefahren. Außerdem sei die Technologie noch nicht ausgereift genug für vollständig autonome Kampfsysteme. Man werde nichts liefern, das amerikanische Soldaten oder Zivilisten gefährde, so Amodei.

Unklare Details beim neuen Deal

Was genau OpenAI und Pentagon vereinbart haben, bleibt vage. Altman sprach von Gesetzen und Richtlinien, die seine Prinzipien absicherten. Konkrete Mechanismen nannte er nicht. Er rief das Ministerium auf, dieselben Bedingungen allen Technologieunternehmen anzubieten, und äußerte den Wunsch nach Entspannung im Verhältnis zwischen Regierung und Branche. Ein hochrangiger Beamter kommentierte, bei Entscheidungen über Leben und Tod brauche das Militär verlässliche Partner. OpenAI positioniert sich damit als kooperationswilliger Akteur, der ethische Grundsätze hochhält, ohne die Zusammenarbeit mit dem Staat zu verweigern. Für Anthropic beginnt eine ungewisse Phase. Ob andere Auftraggeber dem Pentagon folgen, wird sich zeigen.