Hansel & Vogt nimmt nur E-Commerce-Mandate an. Die Gründer verbinden Branchenwissen mit automatisierten Prozessen.
Amazon, Shopify, Klarna: Wer über mehrere Kanäle verkauft, ertrinkt schnell in Buchungen. Jede Bestellung erzeugt Datenpunkte, jeder Zahlungsdienstleister rechnet anders ab, Gebühren und Erstattungen kommen zeitversetzt. Traditionelle Steuerkanzleien stoßen hier an Grenzen. Ihre Arbeitsweise passt zu Handwerkern und Ärzten, nicht zu Händlern mit tausenden Transaktionen pro Monat. Das Ergebnis: Unternehmer warten ewig auf Auswertungen, Fehler bleiben unentdeckt, strategische Entscheidungen fallen ins Blaue. Viele merken erst beim nächsten Wachstumsschub, wie wackelig ihr Zahlenwerk ist.
Jan Philipp Hansel und Tobias Vogt haben 2023 in Münster eine Kanzlei gegründet, die genau diese Lücke füllt. Beide verzichteten bewusst auf den klassischen Weg in eine Allround-Sozietät. Stattdessen konzentrieren sie sich ausschließlich auf den Onlinehandel. Wer ein Restaurant oder eine Arztpraxis betreibt, wird abgewiesen. Inzwischen betreuen die beiden rund 200 Mandate, vom Newcomer bis zur Marke mit achtstelligem Umsatz. Die Spezialisierung erlaubt es, Abläufe exakt auf die Eigenheiten digitaler Geschäftsmodelle zuzuschneiden.
Die Kanzlei setzt auf Technik. Verkaufsdaten werden direkt aus den Systemen der Händler gezogen, Software sortiert vor, künstliche Intelligenz erkennt Muster. Die steuerliche Bewertung bleibt beim Menschen, aber der Aufwand für Routinearbeiten schrumpft drastisch. Mandanten bekommen ihre Zahlen schneller und können reagieren, bevor Probleme eskalieren. Die Gründer sehen darin einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Kanzleien, die noch mit Papierbelegen arbeiten.
Bildrechte: Hansel & Vogt Steuerberatungsgesellschaft mbH
Fotograf: Hansel & Vogt Steuerberatungsgesellschaft mbH




