JP Morgan zahlt EZB-Rekordstrafe

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February 25, 2026
26.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank belegt die US-Großbank mit Geldbußen von über 12 Millionen Euro. Der Vorwurf: fehlerhafte Angaben zu Kapitalanforderungen über mehrere Jahre hinweg.

Aufsicht verliert Geduld

Frankfurt greift durch. Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank hat gegen die europäische Einheit von JP Morgan Chase Sanktionen in Höhe von 12,2 Millionen Euro ausgesprochen. Nie zuvor musste ein Kreditinstitut eine derart hohe Summe an die EZB-Aufseher entrichten. Das Geldhaus kann die Entscheidung vor dem Gericht der Europäischen Union anfechten und hat dafür rund zwei Monate Zeit. Die Vorwürfe betreffen das regulatorische Meldewesen. Banken müssen ihre risikogewichteten Aktiva regelmäßig an die Aufsicht übermitteln. Diese Kennzahl zeigt, wie viel Risiko in den Büchern steckt, und bestimmt, wie viel Eigenkapital vorgehalten werden muss. JP Morgan soll diese Werte zwischen 2019 und 2024 systematisch zu niedrig angegeben haben. Die Folge: Die Aufseher konnten das tatsächliche Risikoprofil nicht einschätzen.

Zwei Vergehen, eine Rechnung

Die Sanktion teilt sich auf. Gut zehn Millionen Euro entfallen auf einen Zeitraum von 15 Quartalen, in dem Firmenkredite falschen Kategorien zugeordnet wurden. Statt im Segment Corporates landeten sie unter Institutions oder Public Sector Entities. Weitere zwei Millionen Euro betreffen 21 Quartale, in denen bestimmte Geschäfte komplett aus den Berechnungen verschwanden, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorlagen. JP Morgan hatte die Ungereimtheiten selbst aufgespürt und den Behörden gemeldet. Auch bei der Bereinigung der Prozesse habe das Institut kooperiert, erkennt die EZB an. Dennoch spricht sie von grober Fahrlässigkeit. Die internen Kontrollmechanismen hätten versagt.

Stellungnahme aus New York

Das Geldhaus betont, die Kapitalausstattung sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Man habe stets ausreichende Puffer vorgehalten. Der vorsichtige Umgang mit Eigenmitteln bleibe fester Bestandteil der Geschäftspolitik. Die beanstandeten Mängel seien inzwischen vollständig behoben. Es ist nicht das erste Mal, dass JP Morgan in Europa Ärger mit Regulierern bekommt. Im vergangenen Herbst verhängte die deutsche Finanzaufsicht Bafin eine Strafe von 45 Millionen Euro. Damals ging es um Defizite bei der Bekämpfung von Geldwäsche. Der Bescheid ist mittlerweile rechtskräftig.