PwC wechselt Führung der Nachhaltigkeitsberatung

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March 16, 2026
17.03.2026
3 Minuten Lesezeit

Rainer Kroker übergibt nach drei Jahrzehnten an Martin Weirich. Die Beratungsgesellschaft sieht das Thema im Wandel: Weg vom Pflichtprogramm, hin zum Steuerungsinstrument.

Stabübergabe zum Monatsende

Die Nachhaltigkeitsberatung von PwC Deutschland bekommt einen neuen Chef. Rainer Kroker verabschiedet sich Ende März in den Vorruhestand, Martin Weirich übernimmt ab April. Kroker hatte den Bereich 2022 als eigenständige Einheit aufgebaut und zur heutigen Größe geführt. Sein Nachfolger kommt aus dem Finanzsektor und verantwortete zuletzt Personalentwicklung und Weiterbildung im Team.

Ernüchterung nach dem Hype

Die Zeiten, in denen Nachhaltigkeit bei Mandanten ganz oben auf der Agenda stand, sind vorbei. Viele Unternehmen beschränken sich inzwischen auf das regulatorisch Geforderte. Der wirtschaftliche Druck zwingt zu Prioritäten. Was keinen messbaren Ertrag bringt, wird hinterfragt. PwC beobachtet eine wachsende Nachfrage nach belastbaren Geschäftsszenarien. Mandanten wollen wissen, wie sich Investitionen in grüne Transformation konkret auszahlen. Das Thema verschiebt sich. Statt großer Ambitionen zählt heute Widerstandsfähigkeit. Wer Nachhaltigkeitsziele mit Risikomanagement, Finanzplanung und Innovation verknüpft, gewinnt an Stabilität. Die Beratungsgesellschaft sieht darin eine Chance: Nachhaltigkeit kann vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil werden, wenn Unternehmen die gewonnenen Daten für strategische Entscheidungen nutzen.

Lücken bei Klimarisiken

Die Zahlen sind ernüchternd. Laut PwC-Umfrage geben nur 24 Prozent der deutschen Unternehmen an, definierte Prozesse zu haben, um Klimafaktoren in Lieferketten und Beschaffung einzubeziehen. Dabei spüren bereits heute 32 Prozent der deutschen Chefs konkrete Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäft. Global liegt der Wert sogar bei 42 Prozent. Die Diskrepanz zwischen Betroffenheit und Handeln bleibt groß. Viele Firmen warten ab. Die Unklarheit um Lieferkettensorgfaltspflichten und europäische Richtlinien wie die CSDDD lähmt. Statt proaktiv zu handeln, verharren Unternehmen im Beobachtungsmodus. Gleichzeitig beklagen sie die Komplexität der Vorschriften. Zu viele Akteure, zu viele Anforderungen, zu wenig klare Leitlinien.

Europa im globalen Wettbewerb

Der internationale Vergleich fällt nicht schmeichelhaft aus. Während chinesische Unternehmen hohe Produktionsleistung mit steigenden Nachhaltigkeitsstandards verbinden, treffen europäische Firmen auf hohe Kosten und komplizierte Regeln. Die USA setzen derzeit andere Prioritäten. Deutsche Unternehmen müssen einen Weg finden, Nachhaltigkeit als Hebel für Effizienz und Innovation zu nutzen, statt sie als Last zu betrachten.

Kapitalmarkt verlangt Verlässlichkeit

Die großen grünen Prämien sind ausgeblieben. Doch der Anspruch auf Konstanz bleibt. Investoren achten weniger auf ambitionierte Versprechen als auf glaubwürdige Umsetzung. Wer große Ziele verkündet und dann nicht liefert, riskiert Vertrauensverlust und Kursdruck. Eine solide, realistische Strategie zählt mehr als Ankündigungen.