Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin fordert knapp 82 Millionen Euro Schadenersatz. Die Prüfer sollen bei der Jahresabschlussprüfung versagt haben.
Was haben die Prüfer übersehen? Diese Frage beschäftigt nun die Gerichte. Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin wirft einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vor, bei der Kontrolle des Jahresabschlusses 2023 geschlampt zu haben. Investitionen und Kreditvergaben seien nicht auf ihre aufsichtsrechtliche Zulässigkeit geprüft worden. Wäre das geschehen, hätte die damalige Führung keine weiteren Gelder in fragwürdige Anlagen gesteckt, argumentiert das Versorgungswerk. Zwischen Herbst 2024 und Frühjahr 2025 flossen knapp 82 Millionen Euro in Anlagen, die das Versorgungswerk heute als offenkundig rechtswidrig einstuft. Genau diese Summe will die Einrichtung nun von den Prüfern zurück. Eine Zahlungsaufforderung im Januar blieb unbeantwortet, im Februar folgte eine Mahnung.
Medienberichten zufolge richtet sich die Klage gegen Baker Tilly. Die Gesellschaft äußert sich unter Verweis auf ihre Verschwiegenheitspflicht nicht zu dem Vorgang. Ob die Vorwürfe zutreffen, werden Gerichte klären müssen. Der Rechtsstreit ist Teil einer größeren Affäre. Im vergangenen Jahr kamen Vorwürfe gegen frühere Verantwortliche ans Licht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher Pflichtverletzungen. Eine Neubewertung der Kapitalanlagen ergab einen Wertverlust von rund einer Milliarde Euro. Die Mitglieder zahlen inzwischen höhere Beiträge. Weitere Klagen gegen andere frühere Prüfer sind angekündigt.




